Fassade im Theater Freiburg: Ein Stadtrundgang voller Erinnerung und Gegenwart


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Fassade: Ein Stadtrundgang, der Freiburgs Erinnerungsschichten öffnet
Mit Fassade bringt das Theater Freiburg gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus ein Erinnerungspolitisches Rechercheprojekt in den Stadtraum. Die Uraufführung führt das Publikum am 16. Juli 2026 ab 17:45 Uhr vom Theater Freiburg über den Platz der Alten Synagoge bis zum DZNS und weiter zum Colombipark. Was hier beginnt, ist keine herkömmliche Vorstellung, sondern ein Bühnenerlebnis unter freiem Himmel, in dem Geschichte, Gegenwart und Theateratmosphäre ineinandergreifen.
Wenn der Stadtraum zur Bühne wird
Regisseurin Caroline Anne Kapp und ihr Ensemble legen die Oberfläche der Stadt frei wie eine zweite Haut. Hinter Fassaden, Bildern und vertrauten Wegen treten verdrängte Geschichten hervor: ausradierte Spuren, ausgelöschte Leben, biografische Leerstellen. Die performative Begehung verbindet dokumentarische Recherche mit präziser Schauspielkunst und einer Dramaturgie, die nicht erklärt, sondern sichtbar macht. Das Ergebnis ist ein politisches und sinnliches Theatererlebnis, das die Wahrnehmung Freiburgs verschiebt.
Historische Orte, neue Perspektiven
Der Weg zum Dokumentationszentrum Nationalsozialismus ist Teil der Inszenierung. Gerade dieser Ortsbezug verleiht dem Abend seine Spannung: Das ehemalige Verkehrsamt von 1936, der Platz der Alten Synagoge und der Colombipark werden zu Resonanzräumen der Erinnerung. Das Publikum erlebt die Stadt nicht als Kulisse, sondern als Akteurin. So entsteht eine ungewöhnliche Form des Stadttheaters, in der Bühnenbild und Wirklichkeit ineinander übergehen.
Ästhetik zwischen Recherche und Emotion
Die Produktion arbeitet mit Bewegung, Stimme und präzisen räumlichen Übergängen. Ohne feste Bestuhlung, im Gehen und Innehalten, entfaltet sich eine besondere Publikumsreaktion: aufmerksam, konzentriert, oft still. Wettergerechte Kleidung, Schuhe für unterschiedliche Untergründe und ein wenig Zeit für die Route gehören zum Erlebnis. Wer sich darauf einlässt, begegnet einem Theaterabend von großer Unmittelbarkeit, der nicht nur informiert, sondern berührt.
Starke künstlerische Handschrift
Caroline Anne Kapp, das Schauspiel-Ensemble und die methusalems, das Senior*innen-Theater, verbinden Generationen und Blickwinkel. Diese Zusammenarbeit verstärkt den Eindruck einer kollektiven Befragung: Wer erzählt Stadtgeschichte? Welche Bilder bleiben, welche verschwinden? Gerade darin liegt die Autorität dieses Projekts. Es setzt nicht auf Effekt, sondern auf Substanz, Recherche und eine klare künstlerische Haltung.
Fazit: Fassade verspricht einen eindringlichen Abend zwischen Stadterkundung, Erinnerungskultur und performativer Gegenwart. Wer Freiburgs Geschichte unter die Oberfläche schauen möchte, sollte diese Aufführung live erleben.
Offizielle Kanäle von Theater Freiburg:
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