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Verzögerung bei B-34-Projekt in Wyhlen

Dachs, Streit, Verzögerung: Wyhlens Ortsumfahrung kommt erst 2029

Die Ortsumfahrung Wyhlen (B 34) im Landkreis Lörrach soll nach aktueller Planung erst in der zweiten Jahreshälfte 2029 für den Verkehr freigegeben werden. Damit verschiebt sich ein seit Jahren umkämpftes Straßenprojekt deutlich. Als zentrale Bremsfaktoren nennen die Verantwortlichen Probleme am Baugrund, Anpassungen bei der Entwässerung, naturschutzbezogene Vorgaben – und zuletzt einen Konflikt um Dachsbauten in einem angrenzenden Bahndamm samt fehlender Dokumentation.

Beim ersten Spatenstich 2017 war noch das Jahr 2024 als Zielmarke genannt worden. Die neue Trasse soll die Ortskerne von Grenzach und Wyhlen vom Durchgangsverkehr entlasten: Das Regierungspräsidium Freiburg rechnet in Teilen der Ortsdurchfahrt mit einer Verkehrsentlastung von mehr als 60 Prozent. Erwartet werden außerdem weniger Lärm und Abgase – und mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrende.

Warum sich das Projekt um Jahre verschiebt

Dass die Umfahrung nicht im ursprünglich angekündigten Zeitfenster fertig wird, hat sich über mehrere Jahre abgezeichnet. Nach Angaben des Regierungspräsidiums mussten Planungen etwa bei der Entwässerung überarbeitet werden; hinzu kamen Schwierigkeiten mit dem Baugrund sowie Fragen des Naturschutzes. Inzwischen sind nach Darstellung der Behörde viele dieser Punkte abgearbeitet.

Neue Dynamik bekam das Projekt durch den Abschnitt entlang der Hochrheinbahn: Dort wird die künftige B 34 streckenweise unmittelbar neben dem bestehenden Bahndamm geführt. Um die Straße zu bauen, soll ein eigener Damm aufgeschüttet werden – in einem Umfeld, in dem die Stabilität des Bahndamms eine sicherheitsrelevante Rolle spielt.

Dachsbauten am Bahndamm: Sicherheitsfrage und Zuständigkeitskonflikt

Nach Darstellung des Regierungspräsidiums wurden bereits 2021 im Bahndamm Hohlräume entdeckt. Abteilungsleiter Dieter Bollinger ordnet sie als Dachsbauten ein. Aus Sicht der Straßenbauverwaltung war das nicht nur ein Naturschutzthema, sondern vor allem eine Statik- und Sicherheitsfrage: Die Hohlräume hätten die Standsicherheit beeinträchtigen können. Deshalb sei die Deutsche Bahn gebeten worden, die Tiere zu vergrämen und die Öffnungen zu schließen.

Die Deutsche Bahn erklärt, die notwendigen Vergrämungsmaßnahmen seien erst im September 2025 abgeschlossen worden. Sie verweist dabei auf gesetzliche Schonzeiten. Zugleich beschreibt die Bahn die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium als konstruktiv und gut.

Das Regierungspräsidium zeichnet ein deutlich angespannteres Bild. Bollinger sagt, die Vergrämung hätte deutlich früher stattfinden müssen; insgesamt spricht er von zähen Abstimmungen. Er beschreibt zudem organisatorische Reibungsverluste, etwa fehlende Ansprechpersonen und ausbleibende Antworten auf für den Bauablauf wichtige Fragen. Auch die Frage, welche Nachweise erforderlich sind, wird unterschiedlich bewertet: Die Bahn teilt mit, statische Nachweise für die Stabilität des Damms seien aus ihrer Sicht nicht notwendig.

Fehlende Nachweise – und ein teureres Bauverfahren als Ausweg

Nach Darstellung des Regierungspräsidiums sind die Dachse inzwischen erfolgreich vergrämt und die Hohlräume verfüllt. Für die Baufreigabe reiche das aber nicht aus, solange die Dokumentation lückenhaft bleibe. Bollinger sagt, es fehlten Nachweise und genaue Angaben dazu, wie die Dachsbauten verfüllt wurden; ohne diese Unterlagen gebe es keine Freigabe für die nächsten Schritte.

Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, soll der Straßendamm nun mit einem geänderten Verfahren hergestellt werden. Geplant ist demnach, den Damm durch eingespritzten Beton so zu stabilisieren, dass der benachbarte Bahndamm möglichst wenig belastet wird. Bollinger rechnet dadurch mit zusätzlichen Kosten von rund 100.000 bis 150.000 Euro. Zusätzlich soll grobkörniges Material verwendet werden, damit sich Dachse nicht erneut in das Bauwerk eingraben – ein Detail, das zeigt, wie sehr Naturschutzauflagen und Bauausführung hier ineinandergreifen.

Was die Umfahrung für Grenzach-Wyhlen bringen soll – und was jetzt entscheidend ist

Die Umgehungsstraße bleibt in Grenzach-Wyhlen politisch umstritten und zugleich für viele als Entlastungsprojekt zentral. Sie soll die heutige Ortsdurchfahrt von Durchgangsverkehr befreien, die Belastung durch Lärm und Schadstoffe senken und die Verkehrssicherheit verbessern.

Auf der Trasse sind bereits einzelne Brücken und Tunnelbauwerke fertiggestellt; eine durchgehende Fahrbahn fehlt jedoch noch. Das Regierungspräsidium verweist darauf, dass andere Schwierigkeiten – insbesondere beim Baugrund und im Naturschutz – inzwischen gelöst seien. Entscheidend wird nun weniger ein einzelnes Bauwerk als das Zusammenspiel der Beteiligten: Ohne klare Zuständigkeiten, belastbare Nachweise und vollständige Dokumentation kann selbst ein technisch machbarer Abschnitt zum Nadelöhr werden.

Ob die Freigabe in der zweiten Jahreshälfte 2029 gelingt, hängt damit nicht nur von Baufortschritt und Wetterfenstern ab, sondern auch davon, ob das neue Verfahren die Risiken am Bahndamm tatsächlich minimiert – und ob die Abstimmungen zwischen Straßenbau und Bahn künftig reibungsloser laufen als in den vergangenen Jahren.

Häufig gestellte Fragen

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